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Update aus Serbien: Politisch in die Kälte gedrängt


Unsere Spenden wurden vor allem rund um Belgrad verteilt. Unsere Partnerorganisationen No Name Kitchen und auch Collective Aid berichten, dass es kaum noch offizielle Unterkünfte für Asylsuchende gibt. Stattdessen gibt es temporäre, improvisierte Unterkünfte, die dementsprechend schlecht ausgestattet und unsicher sind. Wir erhielten ein Foto von einer solchen Unterkunft: Ein kleiner, enger Tunnel unter Bahngleisen. Hier verbrachte eine 10-köpfige Gruppe, darunter ein 12-jähriges Kind, den gesamten Januar, um sich vor dem Winter zu schützen. Kaum vorstellbar, wie sie diese eisigen Temperaturen überstanden haben!

Dabei ist im Vergleich zum letzten Winter die Anzahl an Menschen, die sich auf der Flucht durch Serbien befinden noch einmal angestiegen. 650 Menschen haben unsere Partner:innen von No Name Kitchen in den ersten drei Monaten bereits angetroffen, 2025 waren es im gleichen Zeitraum lediglich 100 Menschen. Collective Aid berichtet von weiteren 400 Menschen. Sie kommen zum größten Teil aus Afghanistan, vereinzelt treffen sie auch auf Menschen aus Pakistan, Marokko, Algerien oder Palästina.

Neben materiellen Spenden wie warmer Kleidung und Hygieneartikeln zählt vor allem eines: gesehen und gehört werden. Die Flucht ist hart und voller Hürden. Umso wichtiger sind die Momente der Begegnung: Gespräche, geteilte Geschichten oder einfach gemeinsames Spielen.

Da ist das kleine Mädchen aus Afghanistan, das einen Boxhandschuh aus ihrem Zuhause mitgenommen hat und aufblühte, als sie stolz ihre Boxkünste zeigte. Auch die Duschen bringen kurze, wertvolle Momente der Erleichterung. Besonders dann, wenn Menschen danach in frische Kleidung aus unseren WPA-Spenden schlüpfen 🙂

Erfahrungsgemäß werden sich im Frühjahr mehr Menschen auf den Weg durch Serbien machen und dabei Hilfe benötigen. Der rechtliche Rahmen für Menschen, die um Asyl bitten, wird dabei immer strenger. Mit dem neuen GEAS EU-Paket zu Migration und Asyl, der im Juni umgesetzt werden soll verschärft sich die Situation an den Grenzen weiter. Eine mögliche Folge der Gesetze: Asylsuchende werden vermutlich verbergen müssen, dass sie über Serbien gekommen sind. Denn es könnte legal werden, sie dorthin abzuschieben, selbst wenn Serbien nicht ihr Herkunftsland ist. Wenn die Menschen unsichtbar bleiben müssen, wird der Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Lebensmitteln noch einmal schwerer.

Unsere Unterstützung wird daher immer wichtiger. Ein neues Paar Schuhe, ein warmer Schlafsack, das sind für Menschen auf der Flucht keine einfachen Gegenstände, sondern machen einen entscheidenden Unterschied. Denn Menschen sind niemals unsichtbar!

Was zur Zeit benötigt wird, findest du in unseren Bedarfslisten »

Geflüchtete Menschen in Serbien brauchen Unterstützung, Wir packen's an e.V.
Geflüchtete Menschen in Serbien brauchen Unterstützung, Wir packen's an e.V.
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