Mit dem Solibus zur Grenze Polen-Ukraine

Unser Joke mit Rose von Medical Volunteers International

Nahrungsmittel und medizinisches Equipment für Schutzsuchende aus der Ukraine

Autobahn, auf dem Weg nach Polen, Ziel ist die Stadt Cieszanów, nahe der ukrainischen Grenze. Ankunft in elf bis zwölf Stunden! Unten im „Bauch“ des Busses befinden sich medizinische Gerätschaften und Medikamente. Wir werden sie Rose von unserer Partnerorganisation Medical Volunteers International überreichen. Oben im Bus fahren neben den drei Freiwilligen unsere Kisten und Nahrungsmittel mit. Schokoriegel, Reiswaffeln, Quetschies und Co. übergeben wir an unsere Partner:innen von Folkowisko. Sie können die Hilfsgüter an die vielen Schutzsuchenden aus der Ukraine an der Grenze verteilen.

Vor Ort finden wir leergefegte Essensräume vor. Abgesehen von einem LKW am Tag zuvor ist zwei Wochen lang nichts angekommen. Nur Matratzen, Hygieneartikel und medizinische Utensilien scheint es nun genug zu geben.

43 Gäste kommen mit nach Deutschland

Nachdem wir ausgeladen und uns mit den Freiwilligen vor Ort ausgetauscht haben, geht’s weiter nach Hala Kijowska, nahe Korczowa. Hier sind wir mit lokalen Strukturen vernetzt, die Evakuierungen von marginalisierten und strukturell diskriminierten Menschen wie LGBTIQ*, Sinti:zze und Rom:nja oder BIPoC, organisieren. In Hala Kijowska wurde ein Warenhaus der Lebensmittelkette Biedronka zu einem Aufnahme- und Verteilungszentrum umstrukturiert.

Nach kurzer Nacht und Vorbereitung des Soli-Busses können 47 Menschen bei uns einsteigen. Ein Teil der Gruppe besteht aus Sinti:zze und Rom:nja, der andere Teil aus weißen Ukrainer:innen. Primär haben wir nun Frauen und Kinder an Bord. Eine ältere männliche Person ist auch dabei. Special Guest: Eine kleine müde Katze namens Zoe, die ganz leise vor sich hin miaut… Olga und Zoe wollen weiter nach Belgien. Olga war in Lwiw und hat sich nach Wochen dazu entschlossen, die Ukraine nun zu verlassen.

Die Militärpräsenz und die Kontrolle durch Sicherheitsbehörden sind enorm. Die Polizei organisiert höchst akribisch die Registrierung der Schutzsuchenden, Soldaten gehen durch den Bus und überprüfen. Chris, ein volunteer an Bord, hat Erfahrung damit und bietet Sichtschutz, damit sich die Gäste im Bus ein wenig wohler fühlen. Die Menschen sind müde, haben kaum geschlafen, weil sie erst in dieser Nacht über die Grenze gekommen sind. Zum Glück ist zumindest eine Etappe jetzt geschafft: Sie sind auf dem Weg in Sicherheit.