Jahresrückblick 2021

Jahresrückblick 2021

Zwei Jahre lang geben wir jetzt schon unser Bestes für Menschen auf der Flucht. Mit Blick auf 2021 wird uns fast ein bisschen schwindelig: Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Ereignisse. Unsere einprägsamsten Momente möchten wir hier gerne noch einmal teilen.

Januar | Schuhe für Lipa

Ende 2020 brennt das bosnische Lager Lipa ab. Die Menschen sitzen im Januar bei –8 Grad im Schnee. Dank der großartigen Volksverpetzer-Spendenaktion können wir schnell helfen: Mit 1.000 Paar warmen Schuhen für alle. Es löst nicht die katastrophale Lage der völlig unterversorgten Schutzsuchenden, aber wie immer gilt: Für den einzelnen Menschen machen warme Füße einen riesigen Unterschied.

Februar | Schule packt an

„Schule packt an“ geht an den Start. Im Rahmen des Projekts besuchen wir Schulklassen und sprechen mit Kindern und Jugendlichen über Kinderrechte, Flucht und Migration. Tandems aus Ehrenamtlichen, von denen mindestens eine Person Fluchterfahrung hat, geben die Workshops. Unser Ziel: Vorurteile abbauen und ein Begegnen auf Augenhöhe ermöglichen.

März | Psychologische Hilfe

Grauenvolle Bilder und Geschichten von Krankheit, Schmutz und Elend auf der Flucht können bei Helfer:innen Gefühle von Hilflosigkeit und Überforderung auslösen. In Velika Kladuša bieten wir den Freiwilligen kleiner Hilfsorganisationen, die nicht für humanitäre Hilfseinsätze ausgebildet sind, psychologische Unterstützung an. Schnell entsteht eine Warteliste mit Interessierten an einer Supervision. (Foto: Ben Owen-Browne)

April | Sommeraktion

Wir machen wieder die Trucks voll! In Absprache mit zwanzig europäischen Partnerorganisationen sammeln wir Sachspenden, die die Grundbedürfnisse von Menschen auf der Flucht abdecken. Sie werden von unzähligen freiwilligen Helfer:innen sortiert und gepackt. Insgesamt schicken wir fünf Transporte auf die Reise.

Mai | Neue Lagerhalle

Wir vergrößern unsere Lagerkapazität! Dank unserer neuen Lagerhalle in Biesenthal können wir auf 850 Quadratmetern jetzt noch effizienter Sammelaktionen organisieren, Hilfsgüter lagern und unsere Hilfstransporte an die Grenzen Europas vorbereiten.

Juni | Podiumsdiskussion

Mit unserer Open Air Podiumsdiskussion zum #WorldRefugeeDay auf dem Berliner Mariannenplatz diskutieren wir mit Menschen mit Fluchterfahrung und Aktivistinnen aus Bosnien und Griechenland über die Menschenrechtsverbrechen der EU auf dem Balkan und in der Ägäis. (Foto: Sebastian Schmidt)

Juli | Rote Nasen

Die Kinder im Elendslager Kara Tepe („Moria 2“) auf Lesbos brauchen dringend etwas Hoffnung und Freude. In Zusammenarbeit mit unserem Partner Rote Nasen International organisieren wir einen Besuch bei den über tausend Kindern im Camp mit professionellen Clowns. Jedes Lächeln ist ein Gewinn!

August | Krätze-Projekt

Mit Medikation, frischer Kleidung, Duschen, Waschmaschinen und Trockner bringen wir ein Anti-Krätze-Projekt in Bosnien auf den Weg. Hygienische Maßnahmen sind auf der Flucht fast unmöglich, medizinische Versorgung ist ebenfalls kaum vorhanden. Die Hautkrankheit lässt sich mit den entsprechenden Mitteln allerdings sehr gut behandeln. Wir können sie dank wertvoller Spenden beisteuern!

September | Athen-Reise

Auf der zweiten Reise nach Athen in diesem Jahr wird deutlich: Die Lage für Geflüchtete in der Metropole ist unerträglich. Tausende leben ohne staatliche Unterstützung in verfallenen Häusern und auf der Straße. Frauen mit kleinen Kindern stehen Schlange, um einen Beutel voller Lebensmittel von unseren Partnerorganisationen in Athen zu bekommen. Wir helfen vor Ort bei den Verteilungen von Hilfsgütern. (Foto: Ben Owen-Browne)

Oktober | Nothilfe in Polen

Die Menschen im Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus hungern, frieren – einige sterben in diesem „großen Konzentrationslager“, wie Helfende es nennen. Was dort passiert ist grausam und illegal. Wir vernetzen uns mit lokalen Aktivist:innen wie der Grupa Granica und bringen bis Dezember 5 Transporte mit Hilfsgütern an die Sperrzone. (Foto: Agnieszka Sadowska)

November | Aufnahme jetzt

Für europäische Solidarität und gegen einen erneuten Mauerbau in Europa versammeln wir uns zum 1. Advent erneut vor dem Reichstag. Unter dem Motto „Herzversagen stoppen“ laden wir Chöre und Solist:innen ein, um singend zu demonstrieren. Dabei ist unter anderem Matondo. Gemeinsam mit Campact und Seebrücke senden wir außerdem mit tausenden grünen Lichtern ein deutliches Signal an die neue Regierung: "Helft den Menschen und nehmt Sie endlich auf!" (Foto: Sebastian Schmidt)

Dezember | Winteraktion

Wir lassen die Menschen auf der Flucht, die in Europas Kälte frieren müssen, nicht alleine. Wir senden Solidarität und Herzenswärme! Dank unserer vielen Unterstützer:innen kommen insgesamt 5 Trucks in Bosnien, Griechenland und Polen an. Im Januar folgen mindestens zwei weitere. Wir sind überwältigt von eurer Unterstützung!

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Seht euch die Bilder unseres Jahres 2021 an! Zwölf Highlights aus zwölf bewegten Monaten, so vielfältig wie unser Engagement für Menschen auf der Flucht.

Neben den zwölf vollgepackten 40-Tonner-Trucks nach Griechenland und Bosnien und den 5 Transportern nach Polen mit tausenden Kleidungsstücken, Hygieneartikeln und Lebensmitteln konnten wir unzähligen Menschen Hoffnung geben: Wir sehen nicht weg, wir lassen sie nicht allein! Und Menschen, die helfen möchten, die Perspektive: Es ist möglich, etwas zu tun – einfach loszulegen.

Wir möchten allen ganz herzlich danken, die uns in diesem Jahr auf unterschiedlichste Weise unterstützt haben. Auch für alles Kommende steht fest: Wir sind grenzenlos solidarisch mit allen Schutzsuchenden und wir packen’s an! Sei dabei und unterstütze uns mit deiner Spende.