Geflüchtete Menschen, die nach der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer in Griechenland ankommen, geraten dort oft in die nächste kräftezehrende Situation: Hochsicherheitslager mit haftähnlichen Bedingungen, eine menschenunwürdige Behandlung durch die Behörden, Perspektivlosigkeit und ein Gefühl des Kontrollverlusts durch monatelanges Warten auf ein Asylinterview und eine Entscheidung über ihre Zukunft. Was sie dagegen nur selten finden, ist der Schutz, den sie in Europa gesucht haben, und eine Perspektive für ihr weiteres Leben.
So geht es derzeit auch rund 300 Geflüchteten, die Anfang Juni plötzlich von der griechischen Insel Kreta nach Samos verlegt wurden. In einer kurzfristigen Aktion des griechischen Migrationsministeriums sollen innerhalb kürzester Zeit ca. 1.000 Menschen aus den Aufnahmezentren auf Kreta in das sogenannte Samos Closed Controlled Access Centre (Samos CCAC) gebracht werden.
Die unmenschlichen Lebensbedingungen in den Hochsicherheitslagern auf den griechischen Inseln sind nicht unbekannt. Die Bewegungsfreiheit der Bewohner:innen wird dort massiv eingeschränkt. Es fehlt an ausreichender Nahrung, sauberer Kleidung und Hygieneartikeln – oft gibt es nicht einmal genügend Betten, sodass Menschen auf Kartons oder direkt auf dem Boden schlafen müssen.
Ausgerechnet dorthin werden Menschen nach ihrer gefährlichen Flucht über das Mittelmeer gebracht – und nun sollen innerhalb weniger Tage weitere 1.000 Personen dort untergebracht werden.
Organisationen vor Ort wissen derzeit nicht, wie es für die Betroffenen weitergeht. Seit einer Entscheidung der griechischen Regierung im vergangenen Sommer erhalten viele Menschen, die über Nordafrika nach Griechenland einreisen, keinen Zugang zu einem regulären Asylverfahren. Entsprechend groß ist die Sorge, dass Menschen über längere Zeit unter eingeschränkter Bewegungsfreiheit oder haftähnlichen Bedingungen festgehalten werden könnten.
Der plötzliche Anstieg der Zahl schutzsuchender Menschen überfordert die lokalen Hilfsstrukturen. Viele der neu angekommenen Menschen besitzen nur die Kleidung, die sie während der Überfahrt über das Mittelmeer am Körper getragen haben. Sie benötigen dringend Kleidung, Unterwäsche und Schuhe.


Deshalb hat uns unsere Partnerorganisation Just Action um Unterstützung gebeten. Gemeinsam reagieren wir so schnell wie möglich und bereiten die benötigten Hilfsgüter für die neu angekommenen Menschen vor. Diese werden im Free-Shop von Just Action auf Samos ausgegeben. Dort können die Menschen selbst auswählen, was sie benötigen. Dieser kleine, aber wichtige Grad an Autonomie und Selbstbestimmung ist in einem Umfeld, das von Kontrolle, Unsicherheit und Abhängigkeit geprägt ist, von großer Bedeutung.
🩷 Bitte Spende: Wir brauchen jetzt deine Unterstützung! Mit deiner Spende können wir den Transport finanzieren und Kleidung wie z.B. Unterwäsche zukaufen, die typischerweise nicht gespendet wird.
