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Polen: Aus der Haft ins Nichts


Normalerweise wäre die Entlassung von Menschen aus unrechtmäßiger Haft ein Grund zur Freude. Das könnte man bei den zahlreichen Geflüchteten denken, die in Polen aktuell jede Woche aus der Haft entlassen werden. Manche von ihnen waren mehr als ein Jahr lang in einem sogenannten „Detention Center“ eingesperrt. Doch die Freude über die Freiheit ist getrübt davon, dass die Betroffenen vor dem absoluten Nichts stehen: ohne Papiere, ohne Geld und ratlos, wo sie die nächste Nacht verbringen sollen. 

Die humanitäre Krise in Polen hat sich im letzten Jahr verschoben: aus den Wäldern in die Haftanstalten, Aufnahmezentren und auf die Straße. Derzeit kommen weniger Menschen direkt über die belarussisch-polnische Grenze, doch das bedeutet nicht, dass ihre Not kleiner geworden ist. Sie ist nur weniger sichtbar geworden. Die Wege in diese Not sind unterschiedlich, doch für die meisten Menschen endet es im selben System aus Entrechtung, Haft und Obdachlosigkeit.

Wer über Belarus nach Polen kommt und von den Behörden aufgegriffen wird, wird häufig in einem der sechs polnischen „Detention Centers“ inhaftiert.

Seit März 2025 ist das Recht, in Polen einen Asylantrag zu stellen, weitgehend ausgesetzt. Menschen, die aus Belarus nach Polen kommen, wird der Zugang zu einem Asylverfahren in Polen verwehrt.

Aber auch für die Menschen, die aus der Haft entlassen werden, gibt es kaum eine Möglichkeit, Schutzstatus in Polen zu bekommen.

Viele Geflüchtete versuchen deshalb, Polen wieder zu verlassen und über Deutschland andere EU-Länder zu erreichen, in denen sie hoffen, einen Asylantrag stellen zu können. Doch an der deutsch-polnischen Grenze werden sie oft zurückgewiesen, auch wenn sie ein Schutzgesuch geäußert haben. Zurück in Polen drohen den Schutzsuchenden wieder Haft, Abschiebung oder Obdachlosigkeit. 

Die Lebensbedingungen in den geschlossenen Lagern sind unmenschlich: Manche Zellen sind nur zwei Quadratmeter groß, die Fenster sind vergittert, die Menschen haben keinen Zugang zu Smartphones, was ihre Isolation weiter verstärkt. Ihre Aktivitäten werden ständig überwacht, sie werden nicht mit Namen, sondern mit Nummern angesprochen.

Auch Kinder werden inhaftiert, entweder gemeinsam mit ihren Eltern oder als unbegleitete Minderjährige. Sie können nicht zur Schule gehen, es gibt kaum Bildungsangebote in den Haftzentren und keine ausreichende psychologische Unterstützung

Wir bringen mit unserer polnischen Partnerorganisation regelmäßig Kleidung und Hygieneprodukte in die Haftzentren. Spende jetzt, um diese Versorgung zu unterstützen!

Polen, Aus der Haft ins Nichts, Wir packen's an
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Die polnische Regierung führt zahlreiche Abschiebungen direkt aus den „Detention Centers“ in die Herkunftsländer der Geflüchteten durch. Doch mit manchen Herkunftsländern gelingt es ihr nicht, Abschiebedeals auszuhandeln. In diesem Fall werden die betroffenen Menschen zwar aus der Haft entlassen, doch ohne die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen, und ohne Anspruch auf staatliche Unterstützung. Manche erhalten mit der Entlassung einen Abschiebebescheid und ein EU-Einreiseverbot.

Doch wo sollen sie hin? Die meisten dieser Menschen kommen aus Afghanistan, dem Sudan, Eritrea, Somalia, dem Iran und Pakistan. Sie können meist nicht zurückkehren, ohne dass ihr Leben in Gefahr ist. In ihren Heimatländern haben sie Foltererfahrungen und unmenschliche Behandlung erlebt und leiden unter Kriegstraumata und akuten psychischen Krisen. 

Polen, Aus der Haft ins Nichts, Wir packen's an

Die Opfer dieses menschenunwürdigen Systems haben keine Perspektive in Polen und gleichzeitig auch keinen Weg zurück. Unsere polnischen Partnerorganisationen arbeiten rund um die Uhr, um ihnen in dieser Situation beizustehen.

Wenn Geflüchtete aus der Haft entlassen werden, kaufen sie ihnen Zugtickets in die nächste Stadt, holen sie an Bahnhöfen ab, organisieren Schlafplätze, kochen Essen, geben ihnen Handys, um ihre Familien anzurufen und begleiten sie zu Gerichten und Ärzt:innen. Neben den regelmäßigen Hilfstransporten, die wir nach Polen schicken, stellen wir uns mit unserer Unterstützung immer wieder auf die aktuelle Situation ein. Aktuell finanzieren wir über unsere Projekte in Polen Lebensmittel, Zugtickets, Miet- und Benzinkosten. Damit wir diese Unterstützung fortführen können, brauchen wir dich!

Spende jetzt für Geflüchtete in Polen, damit wir ihnen zumindest grundlegende Dinge bereitstellen können, wie einen sicheren Platz zum Schlafen oder eine Mahlzeit. 

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