Die vergessenen Flüchtenden in der Ukraine

Im Elend allein gelassen? Spende jetzt! Wir packen's an
Foto: Ben Owen-Browne, Grenze Ukraine-Moldau, März 2022

Im Elend allein gelassen?

Als ein Team von Wir packen’s an vor einigen Wochen in der Ukraine war, fiel ihnen die vielen zurück gelassenen Menschen auf. Menschen wie Sergej (85) und Irina Plushenko (81).

Sie sitzen fest: Seit einem halben Jahr leben sie eingepfercht in einer Turnhalle auf dem Land, nahe  der Stadt Lwiw im Westen der Ukraine. Die Wände sind mit Schimmel bedeckt, es riecht nach Schweiß, Nässe und es ist kalt. 30 Kinder, Frauen und Männer schlafen hier dicht an dicht. Das Essen reicht kaum und der Bombenalarm bringt längst verschüttet geglaubte Erinnerungen an den 2. Weltkrieg wieder hoch. Notdürftige Außenduschen und ein unzureichendes Heizsystem verschärfen die Not der Menschen. Es gibt keine Privatsphäre, die Versorgung ist schlecht und die Nerven liegen blank.

lrina hat ein Rückenleiden und Sergej Rheuma, vielleicht durch die jahrelange Arbeit auf dem Feld bei Wind und Wetter. Medizinische Versorgung ist in der Ukraine eigentlich  kostenfrei, aber teilweise schwer zugänglich, gerade für Geflüchtete und vor allem in ländlichen Gegenden.

Ihre Kinder und deren Familien haben es geschafft und konnten nach Dänemark flüchten. Wenigstens ihnen geht es gut.

Wann werden lrina und  Sergej an einen warmen und sicheren Ort gebracht?

Niemand weiß es. Keiner fühlt sich zuständig. Sie haben kein Geld für eine Flucht in die EU – und keine Kraft.

Damit ist die europäische Geflüchtetenwirklichkeit auch in der Ukraine angekommen, genauso wie in Griechenland, Bosnien, Serbien und anderen Regionen.

Ein Grund für uns, aktiv zu bleiben!

Wir schauen dahin, wo niemand hinschaut.

Ukraine, September 2022

Versprochen: Wir bleiben dran!